Grundgesamtheit und Stichprobe
In der angewandten Statistik müssen wir streng zwischen Grundgesamtheit und
Stichprobe unterscheiden. Stellen Sie sich eine Schachtel mit 500 Kugeln in drei
verschiedenen Farben vor. Diese Menge an Kugeln wird als Grundgesamtheit
(engl. population) bezeichnet. Maße der beschreibenden Statistik, z.B.
der Mittelwert oder die Standardabweichung oder in unserem Beispiel die Zahl der
roten, grünen und blauen Kugeln, werden Parameter genannt, wenn sie aus
der Grundgesamtheit berechnet werden. Wenn aus der Schachtel 50 Kugeln
ausgewählt werden, also eine Teilmenge der Grundgesamtheit erstellt wird, wird diese Menge von 50
Kugeln Stichprobe genannt. Ein beschreibendes Maß, das sich auf eine
Stichprobe bezieht, - hier die Zahl der roten Kugeln aus der Stichprobe von 50
Kugeln - wird als Schätzwert (engl. statistic)1 bezeichnet.
Parameter werden durch griechische
Buchstaben dargestellt, Schätzer durch lateinische.
| Grundgesamtheit |
Eine Grundgesamtheit ist die Menge aller möglichen
Zustände einer Zufallsvariablen. Die Größe der Grundgesamtheit kann begrenzt
oder unbegrenzt sein.
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| Stichprobe |
Eine Stichprobe ist eine Teilmenge der
Grundgesamtheit; ihre Größe ist immer begrenzt.
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In unserem Beispiel ist die Größe der Grundgesamtheit begrenzt. In vielen
Fällen - besonders bei realen Messungen - ist die Größe der Grundgesamtheit
unbegrenzt, so z.B. die Konzentration von Kohlendioxid in der Luft (gemessen mit
einem analytischen Messgerät). Die Grundgesamtheit ist die (unendliche) Menge
aller (möglichen) Messungen (= Ergebnisse, die durch das analytische Instrument
erhalten wurden).
Ein anderes Beispiel für eine Grundgesamtheit wäre die Menge aller österreichischen Schüler der 3. Klasse Volksschule. Diese Grundgesamtheit ist begrenzt, aber sehr groß.
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